XSLT-Aufbauseminar 2:
XSLT 2.0 für Umsteiger

Konzentriert sich XSLT 1.0 vor allem auf die Transformation von XML-Strukturen in andere XML-, HTML- oder weitere Anwendungen, so ermöglicht XSLT 2.0 darüber hinaus auch die Verwandlung von mehr oder weniger unstrukturierten Daten in wertvolle, zum Teil auch nach semantischen Gesichtspunkten ausgezeichnete Daten. Gerade die mächtige Gruppierungsfunktionalität und die Textmustersuche machen solche heuristischen Methoden erstaunlich einfach. Viele Konvertierungsprobleme lassen sich überhaupt erst mit Hilfe der zusammengehörigen Technologien XSLT 2.0 / XPath 2.0 sinnvoll lösen. Gegenüber XSLT 1.0, aber auch gegenüber prozeduralen/objektorientierten Sprachen wie Javascript, die auf dem Document Object Model (DOM) aufsetzen, ergeben sich erhebliche Effizienzgewinne.

Seminarziel
In diesem Kurs sollen die Teilnehmer lernen, Konvertierungsprobleme auf typische Muster zurückzuführen und unverzagt mit dem Instrumentarium von XSLT 2 zu lösen. Die Teilnehmer sollen ein Gespür für die Eleganz einer Lösung entwickeln und feststellen, dass mit dieser Eleganz meistens auch Effizienz und Wartbarkeit einhergehen.

Zielgruppe
Mitarbeiter aus den Bereichen Herstellung, Neue Medien, Internet/Online, auch Technische Dokumentation, Unternehmens- bzw. Produktdokumentation.
Sehr gute XML- und möglichst auch XSLT1.0- oder DOM-Kenntnisse sind Voraussetzung für die Kursteilnahme.

Themen (2 Tage)
Anhand von ausgewählten praktischen Beispielen wird der Nutzen der folgenden Neuerungen in XSLT 2 erläutert:
· Benutzerdefinierte Funktionen
· Sequenzen
· Mehrere Output-Dokumente
· „Frühes Meckern“ statt „endlosen Debuggens“: Datentypprüfungen
  gemäß XPath-2.0-Datenmodell und XML Schema
· Gruppierung mit xsl:for-each-group in vier Geschmacksrichtungen
· Textmustersuche und -ersetzung mit regulären Ausdrücken und
  xsl:analyze-string
· Hochkonvertierung von reinem Text mit unparsed-text()
· Aufbrechen komplexer Transformationen in Verarbeitungsschritte
Außerdem:
· Tipps zum Debugging und zur Kontrolle der Auswirkungen von Änderungen
· Unterschätzte Klassiker: Imports; Keys; Rekursionen
· Ausblick auf XSLT 3.0: Verarbeitung großer Dokumente mit Streaming;
  Funktionsobjekte

Praktische Beispiele
Die erwähnten Techniken kommen ganz zwanglos zum Einsatz, wenn gemeinsam Lösungen für die folgenden Probleme entwickelt werden. Diese Probleme sind typisch für Konvertierungen, wie sie bei der Strukturierung von Manuskripten oder Altdaten anfallen.
· Konvertierung von tabulierten in echte Tabellen
· Erzeugen einer geschachtelten Gliederung aus flachen Überschriften
· Aufspalten eines Absatzes mit Zeilenumbrüchen in mehrere Absätze
· Innerhalb eines Absatzes Textbereiche mit gleicher Zeichenformatierung
  zusammenfassen
· Whitespace aus hervorgehobenem Text herausziehen (Szenario: aus der
  Hervorhebung soll semantisches Markup werden, das aber am Anfang
  oder Ende des Begriffs keine Leerzeichen haben soll)
· Aus einer Liste entnommene Indexeinträge nachtaggen, wobei die Liste
  auch aus existierenden Indexeinträgen erzeugt werden kann
· Anhand von Absatzformaten und/oder den ersten Zeichen eines Absatzes
  Listen erkennen, Listenpunkte einer Ebene zusammenfassen und
  hierarchisch schachteln.
Die Teilnehmer sind ausdrücklich dazu aufgerufen, auch eigene XML-Konvertierungsprobleme mitzubringen, für die ebenfalls gemeinsam Lösungen entwickelt werden können.

Fortgeschrittene Anwendungbeispiele in der Übersicht
Außer den praktischen Beispielen gibt es eine Übersicht über umfangreichere XSLT-2-Lösungen bei typischen Datenkonvertierungsproblemen:
· EPUB-Aufbereitung (Splitting, Parsen von CSS, …)
· Konvertierung von Wiki-Markup nach XML
· Konvertierungen von/nach IDML, ODF und OOXML
· Konvertierungen zwischen den Tabellenmodellen von InDesign, Excel, Word,
  HTML und CALS (unter Berücksichtigung horizontal und/oder vertikal verbundener Zellen)
· XML-First-Workflows in InDesign: Per IDML-Verarbeitung vermeiden, dass Tagging
  und Formatierung bei der Autorkorrekturausführung auseinanderlaufen
· Datenprüfungen mit Schematron und XSLT-2-Binding

XML-Software
Für die praktischen Übungen benutzen wir:
· mindestens Saxon HE 9.2 oder ein anderer XSLT-2-Prozessor
· XML-Editor wie oder Oxygen XML Editor oder besserer Texteditor wie Notepad++
· Für Schema-Validierung während der Transformation wird Saxon EE bzw. oXygen XML benötigt, das Saxon EE enthält. Es ist aber nicht unbedingt nötig, dass jeder Teilnehmer diese Beispiele unmittelbar nachvollziehen kann.
· Word ab Version 2003 (im Fall von 2003 mit der kostenlosen .docx-Erweiterung von Microsoft)
· Beispieldaten und -XSLT-Stylesheets werden den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.
Es können eigene Rechner mitgebracht werden, auf denen die genannten Programme installiert sein sollten. Wir bitten um eine Information vorab, ob Sie mit dem eigenen Rechner anreisen.

Referent
Gerrit Imsieke, Fa. Le-tex

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