Die nächste Sony-Reader-Generation
von Ralf Alkenbrecher
Ähnlich wie bei Handys und Navigationsgeräten werden wir uns darauf einstellen müssen, dass das Gerät schon veraltet ist, wenn wir unser gekauftes Gerät nach Hause tragen; neue Features werden hinzugefügt und der Markt der Reader differenziert sich in verschiedene Anwender.
Mit diesem Problem hat auch der Pionier Sony zu kämpfen. Kaum hat man verkündet, dass man in Deutschland im Frühjahr mit dem Reader PRS 505 starten werde, erscheint in den USA das Nachfolgemodell PRS 700. E-Book-Experte Ralf Alkenbrecher ist es gelungen, am Erstverkaufstag in den USA ein Gerät zu ergattern und in Deutschland einen ersten Vergleich zum alten Gerät vorzunehmen.
Über welche zusätzlichen Eigenschaften verfügt das Gerät?
Neben der nun endlich verfügbaren Suchfunktion ist die Ausstattung mit einer Touchscreen die wichtigste Änderung. Sie ermöglicht ein geändertes Bedienungskonzept und zusätzliche Möglichkeiten wie Hervorhebungen im Text und Texteingabe über eine virtuelle Tastatur.
Um ein Arbeiten auch ohne Tageslicht zu ermöglichen, verfügt der PRS 700 über eine zweistufige Beleuchtung. Die Beleuchtung ist in bestimmten Situationen eine wirkliche Bereicherung, aber sie geht heftig zu Lasten der Batterieverfügbarkeit gehen – also sparsam benutzen.
Die Touchscreen ist gut und leichtgängig bedienbar. Der Reader verfügt über einen Stylus zur Eingabe, es sind jedoch fast alle Bedienelemente so groß, dass sie auch ohne Probleme mit dem Finger bedienbar sind. Apples iPhone hat auch den Reader inspiriert, so dass via Gestenbewegung auf dem Touchscreen Umblättern, schneller Seitenwechsel und Zoom möglich ist.
Für Benutzer des alten Geräts ist die neue, touchscreenunterstützte Bedienung eine Umstellung, da sich jedoch beide Konzepte an Handy- und Windows-Standards halten, dürfte es für den Erstbenutzer keine große Einarbeitungszeit geben.
Auch die neue Suchfunktion erschließt sich intuitiv, sie ist schnell und komfortabel. Das amerikanische Modell kann zwar Sonderzeichen, aber keine deutschen Umlaute verarbeiten – wollen wir hoffen, dass dieses Manko bei einer Einführung in Deutschland beseitigt ist.
Die Bildschirmqualität ist subjektiv ein klein wenig schlechter als beim PRS 505, dies kritisieren auch erste Nutzer in den USA. Durch den neuen Bildschirm ist das neue Gerät knapp 30 g schwerer.
Die kostenlosen Buchbeigaben wurden reduziert, allerdings wurde das Gerät in den USA mit 100 kostenlosen, rechtefreien Titeln angeboten. Bei der Reduzierung wurde allerdings auch gleich das Handbuch des Readers vom Reader entfernt und muss nun separat aufgespielt werden. Wie es überhaupt noch zahlreiche kleine Verbesserungen für die nächsten Versionen geben würde.
Als Beispiel für fehlendes Feintuning: Die Sortierung der Bücher nach Titel funktioniert, wie man es bibliografisch gewohnt ist, aber die Sortierung nach Autor sortiert stur nach Vornamen des Autors – nicht das, was man als Leser erwartet. Die Darstellung von PDFs wurde verbessert, aber immer noch fällt es sehr leicht, durch Größenveränderungen die Grenzen des Formats aufzuzeigen. Dass dies auch beim Benutzerhandbuch des Readers der Fall ist gehört zu den angesprochenen Verbesserungsmöglichkeiten der nächsten Version.
In den USA wird das neue Gerät für 399 Dollar (PRS 505 299 Dollar) angeboten.
Fazit:
Das Bedienungskonzept des PRS 700 ist schlüssig und erschließt sich intuitiv wie schon beim Vorgänger-Modell. Der Touchscreen ist ebenso wie die Suchfunktion eine deutliche Erleichterung und verschafft in Verbindung mit der Möglichkeit der Annotation und der Markierung dem Gerät einen echten Mehrwert. Die „Nicht-Nur-Leser“ des Geräts werden sich dieses Modell schnell auch in Deutschland verfügbar wünschen. Der Wunsch nach einer WLAN-Verbindungsmöglichkeit bleibt bei Sony ungehört und ist anderen angekündigten Geräten (z. B. iRex Professional) vorbehalten.
Ralf Alkenbrecher erreichen Sie über www.alkenbrecher.com.
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